Unternehmerschaft: Sorgen um Demokratie

Die überwiegende Mehrheit der deutschen Unternehmen hält die demokratischen Verhältnisse in Deutschland für stabil, sieht allerdings auch erhebliche Gefahrenmomente. Das beschreibt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh. Danach würden mehr als die Hälfte der Firmenleitungen ihr Engagement für Vielfalt in ihren Betrieben auch fortsetzen, sollten sie von der Regierung eines Landes von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen werden.

Knapp ein Drittel der befragten Unternehmen sorgt sich um das Betriebsklima, weil die gesellschaftliche Polarisierung als belastend empfunden wird. Zugleich sehen sich nicht wenige Unternehmen vor die Frage gestellt, „ob politisches Engagement unter veränderten geopolitischen oder innenpolitischen Bedingungen riskanter wird“.

Zu den innenpolitischen Risiken zählt vor allem das Wachstum extremer Positionen. Auf die Frage, ob die Regierungsbeteiligung einer extremistischen Partei in Deutschland eine Gefahr für die Demokratie darstelle, stimmten mehr als zwei Drittel zu. Desinfornation in sozialen Medien bereitet 86 Prozent der Befragten Sorgen.

Die 80-Seiten-Studie mit dem Titel „Unternehmen in der Demokratie: besorgt, willens, gefordert“ ist in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen und dem Institut der deutschen Wirtschaft erstellt worden. Befragt wurden knapp tausend Unternehmensleitungen.