Das Jugendform

Wer sind wir?
Wir sind eine parteiunabhängige Plattform von Jugendlichen für Jugendliche im Landkreis Teltow-Fläming, die sich seit 2016 für politische und zivilgesellschaftliche Teilhabe von jungen Menschen im Landkreis stark macht. Wir werden über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert. Unsere Träger sind die Partnerschaft für Demokratie und die Falken Brandenburg.

Warum gibt es uns?
Wir sind der Meinung, dass junge Menschen auch eine Stimme haben sollten, die zählt. Gerade auf dem Land sollte der öffentliche Raum mehr nach den Bedürfnissen von Jugendlichen gestaltet werden. Da geht es um Mobilität, Freizeit, Bildung, Politik, Sport – einfach alles. Ja und wer weiß am meisten darüber Bescheid, was junge Menschen brauchen und wollen? Natürlich junge Menschen!

Was machen wir?
Deshalb fordern wir mehr Mitspracherecht für Jugendliche und bieten dafür unsere Plattform an. Wir helfen dabei, Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Das kann wirklich alles sein: von der Organisation eines Flohmarkts, um Spenden zu sammeln, bis zur Fahrraddemo für einen Fahrradweg zum nächsten Ort oder die Gründung eines Jugendbeirates.

Wie machen wir das?
Wir haben drei Standbeine: fertige Angebote, den Jugendfonds und das Monatsplenum des Jugendforums. Einerseits bieten wir feste Workshop-Konzepte an und organisieren Veranstaltungen. Jugendliche können aber auch einen niedrigschwelligen Förderantrag bei uns stellen für ihre eigenen Projektideen. Gerne beraten wir auch und helfen bei der Ideenentwicklung.

FRAG DEN KANDIDATEN - Bürgermeisterwahl Trebbin am 25.09.

Am 25. September kommt es in Trebbin zur Stichwahl zwischen dem Amtsinhaber Thomas Berger (CDU) und Ronny Haase (parteilos). Wir haben den beiden Kandidaten sechs Fragen gestellt:

1. Wie wollen Sie die Stadt für Jugendliche attraktiver machen?

2. Wie wollen Sie Kinder und Jugendliche an Vorhaben der Stadt beteiligen (§18a Brandenburger Kommunalverfassung)?

3. Welche Zukunft sehen Sie für den Jugendclub „Scheune“ und weiterer Jugendarbeit in Trebbin – räumlich, personell, finanziell?

4. Was ist ihre Herzensangelegenheit, die Sie als Bürgermeister als Erstes umsetzen wollen?

5. Was macht Sie mit Blick auf die kommunalpolitische Entwicklung wütend und welche Lösung präsentieren Sie?

6. Was wollen Sie gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit unternehmen und wie Vielfalt und Toleranz stärken?

Die Antworten könnt ihr unten einsehen. Wir hoffen, sie helfen euch dabei, eine Entscheidung zu treffen. In jedem Fall solltet ihr am Sonntag wählen gehen – jede Stimme zählt


Antworten Berger

Zu 1.
Das vorrangige Problem ist nach meiner Einschätzung, dass sich die Ansprüche der Jugendlichen in den vergangenen Jahren offenbar stark verändert haben, die Verantwortlichen, und da schließe ich mich auch nicht ganz aus, allerdings nicht hingeschaut haben. Wir haben uns wohl zu sehr auf das „Bewährte“ konzentriert, statt nachzufragen und zuzuhören. Insofern denke ich, dass wir darüber reden müssen, welche Einrichtungen noch zeitgemäß sind, und welche zusätzlichen Angebote geschaffen werden müssen, bzw. was auch reformiert werden muss. Ich habe bereits im vergangenen Jahr Vorschläge entwickelt, wie wir den Bereich um das Kulti unter Einbeziehung auch der Betreiber des Kultis und des Jugendclubs zu einem Platz gestalten können, wo Jugendliche mit unterschiedlichsten Ansprüchen eine Bleibe finden können. Dazu zählen Bereiche für Sport, Kultur und auch einfache Treffs. Der Sozialausschuss soll sich in einer der kommenden Sitzungen nochmals mit diesen Vorschlägen beschäftigen.

Zu 2.
Wir prüfen gerade die Voraussetzungen für die Errichtung einer Jugendvertretung. Beabsichtigt ist, zu den Kommunalwahlen im übernächsten Jahr dieses parallel wählen zu lassen. Bis dahin werden Einzelprojekt, die den Bereich der Kinder und Jugendlichen berühren, in gesonderten Treffs besprochen.

Zu 3.
Der Jugendclub weist leider nicht die Besucherzahlen auf, die ein effektiver Betrieb ausmacht. Hier sollte dringend eine Überarbeitung des Konzeptes erfolgen. Mit der Arbeit vor Ort ist derzeit die AWO beauftragt. Ich möchte mit diesem Träger gemeinsam eine Weiterentwicklung des Jugendclubs, und damit verbunden auch die Arbeit der dezentralen Clubs besprechen. Danach richten sich dann die finanziellen, räumlichen und personellen Konsequenzen.

Zu 4.
Ich werde mich als erstes stark machen für einen Neubau einer modernen, digitalisierten und nachhaltigen Oberschule in Trebbin. Das jetzige denkmalgeschützte Goethe-Gebäude reicht nicht aus, um die zusätzlichen Klassen ab 2023 aufnehmen zu können. Das bisherige Goethe-Gebäude könnte dann als zentraler Hort genutzt werden, was auch das Gebäude der Grundschule entlasten würde. Immerhin gilt ab 2025 der Ganztagsbetrieb und damit eine Verschmelzung von Grundschule und Hort. Damit könnte dann ein räumlich zusammenhängender Campus von Grundschule und Hort in der Goethestraße geschaffen werden.

Zu 5.
Mich macht besonders wütend, dass derzeit die Fortführung einer vernünftigen und effektiven Maßnahme der Kinder- und Jugendarbeit, nämlich die schulmedizinische Fachkraft bei den Verantwortlichen in der Stadt ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Finanzierung diskutiert wird. Lehrer, Eltern und Schüler bestätigen mir seit langem den Erfolg dieser als Pilotprojekt gestarteten Maßnahme. Allerdings sehe ich die Gefahr, dass für 2023 dieses Geld eingespart werden soll. Dem werde ich entgegenwirken.

Zu 6.
Erstmalig in diesem Jahr steht der Stadt jährlich 10.000 Euro für Präventivprojekte zur Verfügung. Ich beabsichtige gemeinsam mit der Oberschule, dem Jugendclub und der RRA dieses Geld für örtliche Projekte einzusetzen. Daneben stehe ich für eine Null-Tolleranz-Strategie, was extremistische Erscheinungsformen und Äußerungen betrifft. Diskriminierende Parolen werden nicht geduldet, öffentliche Schmierereien werden unverzüglich entfernt. Auch städteplanerisch habe ich in der Vergangenheit immer versucht, integrative Ansätze zu wählen. So sind das Altenwohnheim der AWO und das Behindertenwohnheim des DRK bewusst im Wohngebiet Am Mühlengraben entstanden, um den Bewohnerinnen und Bewohnern den Bezug zur Gesellschaft zu erhalten. Auch wurde die neue Tagespflege im Stadtzentrum errichtet. Im Zusammenhang mit den beiden Flüchtlingswellen in 2015 und 2022 habe ich mich aktiv dafür eingesetzt, dass die Schutzsuchenden möglichst schnell durch die Bereitstellung von Wohnraum versorgt werden konnten, statt in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht zu werden. Außerdem werden alle Schutzsuchenden regelmäßig zu kulturellen Veranstaltungen der Stadt eingeladen.

 

Antworten Haase

Zu 1.
Jugendliche brauchen Treffpunkte, um unter sich sein zu können. Ein Skatepark im Stadtpark und/oder der Trebbiner Schweiz wäre ein toller Anlaufpunkt. Auch aktive Jugendclubs (in Trebbin und in den Ortsteilen) oder die Diskothek können für Jugendliche und junge Erwachsene interessant gestaltet werden.

Zu 2.
Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen soll durch aufsuchende Gespräche (z.B. in Schulen oder Freizeittreffpunkten), der Beteiligung an Diskussionsrunden und Workshops sowohl projektbezogen wie auch offen gestaltet werden. Entsprechende Ansätze hat bereits die Hauptsatzung der Stadt Trebbin.

Zu 3.
Der Jugendclub „Die Scheune“ hat wenig attraktive Öffnungszeiten. Da wünsche ich mir mehr Flexibilität. Neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind Ehrenamtliche bzw. Mini-Jobs hilfreich. Auch ältere Jugendliche können hier Verantwortung für Angebote übernehmen. Die Jugendlichen sollten die Räumlichkeiten selbst in ihrem eigenen Sinne gestalten bzw. umgestalten dürfen. Die Ortsteile mit ihren bestehenden Jugendclubräumen müssen wieder mit Leben gefüllt werden.

Zu 4.
Die Schulen müssen digitaler und attraktiver werden. Ich möchte gerne die Klassenräume komplett mit digitalen Tafeln ausstatten. Mittelfristig wünsche ich mir für alle Schülerinnen und Schüler in der Oberschule persönliche Laptops für den Unterricht und zu Hause.

Zu 5.
Mich ärgert, dass viele Leute meckern, aber dann nicht wählen gehen. Bei der Wahl kann man mit seiner Stimme etwas ändern. Mit Gesprächsangeboten zu Problemen möchte ich das Interesse wieder wecken für die Politik in der Stadt Trebbin und zum Mitarbeiten in den Gremien und Gruppen aufrufen.

 Zu 6.
Rassismus und Fremdenfeindlichkeit passen nicht in unsere Gesellschaft. Eine gute Integration beginnt im Job, in Schulen, Kitas und Vereinen. Dafür setze ich mich aktiv ein. Ich glaube, dann steigt auch die Tolleranz gegenüber einer gesellschaftlichen Vielfalt.

Ein Projekt beantragen

Um ein Projekt zu beantragen, muss ein Antrag an das Jugendforum gestellt werden.
Die Mitglieder des Finanzgremiums entscheiden im Konsens und auf Grundlage eines Meinungsbildes aus dem Jugendforum über die Mittelvergabe an die jeweiligen Antragssteller*innen. Antragsberechtigt sind Mitglieder, die sich im Jugendforum organisieren.
Darüber hinaus haben Jugendliche im Alter von 12 bis 27 Jahren aus dem Landkreis Teltow-Fläming Antragsrecht. Die Entscheidung über die Mittelvergabe treffen die Mitglieder des Finanzgremiums auf der Grundlage der geltenden Gesetze sowie der Bestimmungen des Bundesprojekts „Demokratie leben!“. Siehe auch die Satzung des Jugendforums .

Wenn wir deinen Antrag erhalten haben, werden wir beim nächsten Treffen darüber sprechen und uns mit weiteren Fragen oder einer Entscheidung zurückmelden. Anträge können das ganze Jahr bis etwa Ende November eingereicht werden. Über die Höhe der Projektförderung entscheiden wir individuell.

Du hast Ausgaben für ein Projekt des Jugendforums gehabt? Dann fülle die Auslagenerstattung aus und schicke sie uns mit den Original-Quittungen zu. Der Betrag wird dir anschließend überwiesen.

Projektleitung

Martin Zeiler, Jahrgang 1990, stammt aus Luckenwalde und hat ab 2011 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Politik studiert. Im Masterstudiengang beschäftigte er sich mit dem Themenfeld Parlamentsfragen und Zivilgesellschaft. Zudem war er u.a. für den Studierendenrat der Universität als Referent für Hochschul- und Bildungspolitik tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte sieht Martin in der politischen Bildung, der Stärkung zivilgesellschaftlichen Engagements und der Verwirklichung der Kinder- und Jugendbeteiligung, die in der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg verankert ist.

Tom Ritter ist seit Ende 2021 Koordinator des Jugendforums Teltow-Fläming. Der 20-jährige Luckenwalder ist schon einige Zeit im Jugendforum aktiv und kennt die Hürden, die viele Jugendliche haben, wenn sie ein Projekt in die Realität umzusetzen versuchen. Nicht zu letzt, weil er diese selbst erlebt hat. Er möchte Kinder und Jugendliche ermutigen und stärken ihre Meinung kundzutun und ihnen die Kommunalpolitik näherbringen. Er ist gebürtiger Berliner und wuchs zum Teil dort auf. Geprägt von „Multi-Kulti“ und Großstadt-Turbolenzen setzt sich Tom dafür ein, Toleranz und Vielfalt als hohes Gut zu vermitteln und die Vorteile und Zukunftsperspektiven in Teltow-Fläming für junge Menschen zu stärken.

Kontakt
Martin Zeiler und Tom Ritter
Fach- und Koordinierungsstelle
Partnerschaft für Demokratie
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde

E-Mail: jugendforum.tf@gmail.com

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