Wo man Bücher verbrennt …

Eine Gedenkplatte soll die Erinnerung an die Bücherverbrennung am 7. April 1933 in Luckenwalde wachhalten. Bei der Einweihung des Mahnmals im Schatten des Marktturms dankte Bürgermeister Jochen Neumann am 93. Jahrestag allen Bürgern der Stadt, die sich in der Erinnerungsarbeit engagieren und mit der Gedenkplatte ein Zeichen für Toleranz und Meinungsfreiheit setzen.

Am Abend des 7. April 1933 marschierten Angehörige der Hitlerjugend auf dem Marktplatz auf und verbrannten eine große Menge an Büchern verfemter Autoren, die zuvor aus der Arbeiterbibliothek in der Lindenstraße herbeigeschafft worden waren. Die Bibliothek des Jugendheims umfasste zu jener Zeit rund 4.000 Bücher. Das Gebäude des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes war wenige Tage zuvor von der SA besetzt worden.

Das lokale „Tageblatt“ berichtete zwei Tage später über die Untat: „Auf dem Marktplatz bilden die Teilnehmer ein großes Viereck. Der ganze Mist wurde dann in die Mitte desselben geschüttet und ohne lange Vorrede in Brand gesetzt.“

2023
Zur 90. Wiederkehr der Bücherverbrennungen
des Jahres 1933
gedachte Luckenwalde in besonderer Weise

An der diesjährigen Gedenkveranstaltung in Luckenwalde nahm auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke teil. Er erinnerte daran, dass Feindseligkeit und Vorurteile, wie sie sich in den Büchervernichtungen des Jahres 1933 zeigten, „leider nicht nur Teil der Vergangenheit sind“. Das Gedenkrelief auf dem Marktplatz ist auch mit Mitteln des Bildungsministeriums gefördert worden. Auf dem Relief sind die Worte Heinrich Heines aus dem Jahr 1823 eingraviert: „Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“

Am 24. August 2022 hielt die damalige Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide einen Vortrag im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport; Thema: Die Bücherverbrennung des Jahres 1933 in Luckenwalde