Nahezu vier Fünftel der Bundesdeutschen sind der Meinung: Zivilgesellschaftliche Organisationen nehmen eine wichtige Rolle dabei ein, dass unsere Gesellschaft gut funktioniert. Wirtschft und Medien genießen dagegen weit weniger Vertrauen in der Bevölkerung. Das ist das Ergebnnis einer Untersuchung der internationalen Organisation „More in Common“ aus Berlin, die sich wissenschaftlich mit der Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts beschäftigt.
Demgegenüber sind nur 20 Prozent der Menschen der Ansicht, dass politische Akteure ausreichend Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen. Dass zivilgesellschaftliche Organisationen das Recht haben, sich bei politischen Fragen zu Wort zu melden, befürwortet ebenfalls die überwiegende Mehrheit (76 Prozent). More in Common schließt daraus: „Anstatt mit Angriffen und generellen Vorbehalten die Arbeit von NGOs in Frage zu stellen, kann Zivilgesellschaft vielmehr ein starker Partner sein, wenn es darum geht, das Vertrauen der Menschen in die Gesellschaft und ihre Institutionen zu stärken.“
In jüngster Zeit waren vereinzelt Stimmen aus der Politik laut geworden, die die Unabhängigkeit zivilgesellachaftlicher Organisationen anzweifelten und sich damit in Widerspruch zur Mehrheitsmeinung brachten. More in Common weist auf die Gefahr hin, „die solch ein Generalverdacht und das Anzweifeln der Legitimation von Nichtregierungsorganisationen für das Gemeinwesen haben kann.“
Quelle der Graphik: More in Common (2025)
More in Common, Menschen wünschen sich starke Zivilgesellschaft
Foto: Christian Lue/Unsplash
Die Podiumsdiskussion (Februar 2024) beim Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin diente dem Ziel, den Dialog zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren und der Politik zu befördern. Was sind die drängenden Fragen und Herausforderungen in Bezug auf Kooperation und Netzwerkbildung in der Zivilgesellschaft? Welche politischen Lösungen können vielfältige Kooperationen befördern? Was brauchen kleine Vereine und Initiativen, um Teil von etablierten Netzwerken zu sein?
