Erinnerungskultur

Hat nicht die Erinnerungskultur versagt, wenn rechtsterroristische Gewalt bis in unsere Tage in Deutschland ihre Spuren zieht? Kritisch, zweifelnd und tastend hinterfragt die in Berlin lebende Autorin Asal Dardan, wie sehr das Gedenken häufig ritualisiert ist und sich vornehmlich auf die Zeit des nationalsozialistischen Horrors bezieht. In ihrem vor einem Jahr erschienenen Buch „Traumaland“ erzählt die deutsch-iranische Kulturwissenschaftlerin von Orten, die für Gewalttaten in jüngster Zeit stehen, und entwirft eine Topographie Deutschlands, in der sich Geschichte und Gegenwart verschränken.

Rassistische Gewalttaten, antisemitische Attacken, aber auch traumatische Erfahrungen von Minderheiten bringen sie zu der Frage, welche und wessen Erfahrungen erzählt werden und welches Erleben ungehört bleibt. Jüngst auf der Leipziger Buchmesse resümierte sie in einem Gespräch: „Die deutsche Vergangenheit wirkt bis heute nach und verlangt ein gemeinsames Gedenken, das unterschiedliche Realitäten vereint.“

(Foto: Sarah Berger)

Zur Person:

Asal Dardan wurde 1978 in Teheran geboren, wuchs im

schottischen Aberdeen und im Rheinland auf und studierte

Kulturwissenschaften in Hildesheim sowie Nahoststudien im

schwedischen Lund. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit

ist sie Mitglied der Jury des Internationalen Literaturpreises

des Hauses der Kulturen der Welt in Berlin. Mit ihrer Familie

lebt sie in Berlin und auf der schwedischen Insel Öland.

Am 29. Januar liest Asal Dardan in der Bibliothek am Bahnhof in Luckenwalde aus ihrem Buch.  Der Lesung schließt sich ein Publikumsgespräch an

Asal Dardan
Traumaland – Eine Spurensuche in deutscher Vergangenheit und Gegenwart
Rowohlt Buchverlag
Hamburg, Januar 2025

Leseprobe
Mehr zu Asal Dardan (Perlentaucher)

„Traumaland“ – Deutsche Erinnerungskultur?
Lesung und Gespräch mit Asal Dardan
Donnerstag, 29.Januar 2026, 19:00 Uhr
Bibliothek im Bahnhof
Bahnhofsplatz 5
14943 Luckenwalde
Eintritt 8,00 Euro