Der Mord an der britischen Politikerin Jo Cox jährte sich im Juni dieses Jahres um zehnten Mal. Die Tat fand damals international Aufmerksamkeit und noch im Todesjahr 2016 gründete sich eine gemeinnützige Organisation, die Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalt und Vertrauens in die Demokratie erforscht und heute in fünf europäischen Ländern sowie in Brasilien und den USA tätig ist.
Ihr Name: „More in Common“. Damit erinnern die Gründerinnen und Gründer an die Antrittsrede der Labour-Parlamentarierin im britischen Unterhaus, in der Jo Cox im Blick auf die damalige Brexit-Debatte feststellte: „Was uns verbindet, ist weit mehr als das, was uns voneinander trennt.“ („We are far more united and have far more in common than that which divides us.“)
Anlässlich ihres zehnten Todestages hat die in Berlin ansässige deutsche Sektion „More in Common“ ein ‚Gesellschaftsradar‘ mit Forschungsdaten, Interviews und konkreten Praxisideen herausgegeben: : „Was uns verbindet? Mehr als wir vermuten“. Die Beiträge im 50-seitigen Magazin zeigen auf, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht. Und warum unsere gemeinsame Basis größer ist, als die Debatten vermuten lassen.
Medizin-Ethikerin Alena Buyx erklärt, warum Vertrauen nach den Krisenjahren neu aufgebaut werden muss. Sozialpsychologin Nadine Knab zeigt, warum wir Polarisierung systematisch überschätzen. Der Initiator von „Ruhrpott für Europa“ Milad Tabesch beschreibt, was Zuhören in der Demokratiearbeit verändert. Neurowissenschaftlerin Maren Urner macht deutlich, welche Rolle Emotionen in der Politik spielen. Ulrich Lilie, Ex-Präsident der Diakonie, spricht über Menschlichkeit als Fundament in der Praxis.
Neben den Interviews enthält das Heft Reflexionsfragen, Praxisideen und Arbeitsmaterialien für Vereine, Initiativen und alle, die gesellschaftlichen Zusammenhalt in ihrer Arbeit konkret gestalten.
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