Zum dritten Mal hat das Parlament der Dörfer Brandenburgs am Seddiner See getagt und in einer gemeinsamen Erklärung seine Erwartungen an die Landes- und Bundespolitik formuliert. Die Zusammenkunft von ehrenamtlich tätigen Aktiven war von der „Dorfbewegung Brandenburg – Netzwerk lebendige Dörfer“ einberufen worden. In der sechsseitigen „Deklaration vom Seddiner See“ beklagt die Dorfbewegung Mängel in der medizinischen Versorgung auf dem Land sowie fehlende Mitsprache beim Umgang mit erneuerbaren Energien.
Die größte Sorge bereitet den Vertretern von rund 2800 Dörfern Brandenburgs allerdings, dass die Politik zunehmend die Zivilgesellschaft als Ärgernis empfinde („Die Delegitimation von Zivilgesellschaft durch die Politik muss beendet werden“).
Das trete vor allem im Umgang des Berliner Familienministeriums mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ zutage, dem Ministerin Karin Prien derzeit mit neuen Leitlinien den bürgerschaftlichen Charakter zu nehmen gedenke. Die Dorfbewegung verstehe sich als „Gegengewicht zu demokratiefeindlichen Kräften, die sich der ‚Heimat‘ bemächtigen wollen“.
Foto: Dorfbewegung Brandenburg
Nachtrag: Auch der Bundesverband Deutscher Stiftungen fordert Politik und Staat dazu auf, ehrenamtlch Engagierte nicht unter Generalverdacht zu stellen, wie es die Debatte um das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ nahelege.
