Die öffentliche Meinung gegenüber geflüchteten Menschen ist in den vergangenen Jahren durchweg billigend geblieben, dagegen haben die Vorbehalte gegenüber dem Flüchtlingssystem zugenommen. Das zeigt eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Ipsos, das in Paris ansässig ist und in Umfragen für Regierungen, Organisationen und Wirtschaft Einstellungen, Meinungen und Verhaltensweisen ermittelt. In den untersuchten 29 Ländern unterstützt die überwiegende Mehrheit (66 Prozent) der Befragten das Recht von Menschen, vor Krieg und Verfolgung in anderen Ländern Schutz zu suchen.
Das entspricht auch dem in Deutschland ermittelten Zustimmungswert. Damit gehört die Bundesrepublik weder zu den besonders aufnahmefreundlichen Ländern wie Schweden oder die Niederlande noch zu den Staaten mit einer eher ablehnenden Haltung der Bevölkerung. Allerdings äußern 61 % Zweifel daran, dass viele Menschen, die Asyl beantragen, tatsächlich schutzbedürftig sind. Damit verdeutlicht die Studie ein durchgehendes Muster: Viele Menschen unterstützen das Prinzip des Flüchtlingsschutzes, zweifeln jedoch an der praktischen Umsetzung des Asylsystems.
Bemerkenswerte Unterschiede zeigen sich in den verschiedenen Altersgruppen. Jugendliche und junge Erwachsene (Generation Z) bewerten die Aufnahme Geflüchteter insgesamt positiver als Angehörige älterer Generationen. 49 % der jungen Befragten vertrauen auf eine erfolgreiche Integration. Auch die Skepsis gegenüber geflüchteten Menschen fällt bei jungen Menschen geringer aus. Dennoch bestehen die grundlegenden Zweifel an der Handhabung des Asylsystems auch in der jüngsten Generation fort.
