Demokratie wahren steht im Mittelpunkt des diesjährigen Katholikentags, der noch bis zum 17. Mai in Würzburg stattfindet. Das ‚Glaubensfest‘ wird vom Zentralkomitee der Deutschen Katholiken ausgerichtet, dem ausschließlich Gläubige angehören, die keine religiösen Ämter in der Kirche haben. 30.000 Menschen werden in der Frankenmetropole erwartet. Der 104. Katholikentag steht unter der Devise „Hab Mut – steh auf!“. Marc Frings, Generalsekretär der Laienorganisation erläuterte das Motto: „Wenn das Gemeinwohl infrage gestellt wird, dann schalten wir uns ein.“
Zum zentralen Thema Demokratie und Zivilgesellschaft findet eine Vielzahl an Veranstaltungen, Workshops, Präsentationen, Aufführungen und Diskussionen statt. Die in der Stadtmitte gelegene Marienkapelle wird während des Katholikentags zur „Demokratiekirche“, „ein interaktiver Erlebnisraum“, um „miteinander neue Perspektiven zu entwickeln. Die Demokratiekirche soll dazu anregen, den je eigenen Beitrag in den Alltag mitzunehmen, um die Demokratie in Deutschland lebendig zu erhalten.“
Wie gewöhnlich, wird auf dem Katholikentag auch Prominenz aus der Bundespolitik erwartet, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, der Bundespräsident und der bayerische Ministerpräsident sowie Politiker anderer Parteien. Nicht auf der Einladungsliste zum Katholikentag stehen Vertreter der AfD, „weil wir damit auch ein Signal setzen wollen, dass deren Menschen- und Gesellschaftsbild unvereinbar ist mit der christlichen Soziallehre“, sagte CDU-Mitglied Marc Frings.
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Für uns ist die wichtigste Botschaft das Evangelium,
die Liebe Gottes zu jedem einzelnen Menschen.
Damit sind völkischer Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Demokratiefeindlichkeit
oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nicht vereinbar.
Erzbischof Heiner Koch, seit 2015 Erzbischof von Berlin, im Tagesspiegel-Interview
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Im Deutschlandfunk unterschied Frings deutlich zwischen Teilen der Wählerschaft und Partei-Verantwortlichen: „Ja, wir nehmen die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger, die mit dieser Partei liebäugeln, ernst und wollen mit ihnen auch auf dem Katholikentag diskutieren, aber die, die für diese Partei einstehen, die sie repräsentieren, die haben auf unserem Glaubensfest nichts verloren.“
In einer Beschlussfassung hatte sich der Katholikentag zuvor zum „Umgang mit kritischen Gruppen“ geäußert, die thematische Vielfalt der Veranstaltungen unterstrichen, jenen jedoch eine Absage erteilt, die „eine ideologische Distanz zur freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung“ erwarten ließen.
